Geschichte am Wegesrand

 

 

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Doppelter Abtstab und Hebscheidt

Grenzsteine und Felsmarchen

zwischen dem Klostergericht Benediktbeuern und dem Landgericht Tölz

von

Jost Gudelius

 

(schöne  Wander- und BikeZiele)

© Jost Gudelius, Jachenau-Raut, 2014

 

Dokumentation als Taschenbuch erhältlich beim

Schneemann-Verlag, Raut 30 1/2, 83676 Jachenau,

herausgegeben am 1.November 2014

info[at]schneemann-verlag.de

ISBN 978-3-9815341-7-7       Preis: 14,95 €

 

 

Schon 1332 soll Kaiser Ludwig der Bayer die Grenze zwischen dem Klostergericht Benediktbeuern und dem Landgericht Tölz in den Privilegien des Klosters auf den Gebirgskamm zwischen Loisach und Isar gelegt haben. Das hielt aber die „räuberischen und ärmlichen“ Isarwinkler nicht davon ab, in den Wäldern des Klosters Holz zu schlagen, dort das Vieh weiden zu lassen, zu jagen und zu wildern. Die Grenze war ein ständiges Ärgernis zwischen den jeweiligen Äbten und Landrichtern, bis Herzog Wilhelm V. 1584 eine eindeutige Markierung der Grenze mit „Grenzsäulen“ anordnete. In den Grenzbeschrieben von damals ist der Verlauf der Grenze mit allen Markierungen genau aufgezeichnet – meist von Baum zu Baum, aber wo Felsen und Felswände es zuließen, auch mit entsprechenden Felsritzungen. Es wurden „beider Herren Wappen, der Abtstab und das Hebscheidt samt der Jahrzahl eingehauen“.  Die Bäume sind längst verfallen, doch die Grenzsteine und Felsmarchen (Gravuren in gewachsenem Fels) müssten noch zu finden sein.

Jost Gudelius hat in jahrelanger Recherche in den Archiven Münchens und im Gelände selber die meisten steinernen Zeugen wiedergefunden, sie restauriert, mit Karten und Fotos dokumentiert und als Denkmäler schützen lassen. Viele Rätsel wurden dabei gelöst, doch eine Frage bewegt noch immer die lokalen Historiker, professionelle wie hobbymäßige: „was ist das Hebscheidt und für welchen Herrn wurde es in den Fels gehauen?“

Die Grenzsteine und Felsmarchen sind lockende Ziele in der wunderschönen Almlandschaft der bayerischen Voralpen für jeden geschichtlich interessierten Wanderer und Mountainbiker . 

 

Ergänzung der Dokumentation um eine Liste der Koordinaten im Format WGS 84

 

Tag des offenen Denkmals am Sonntag, den 11. September 2016

Bergwanderung zu den Grenzsteinen und Felsmarchen von 1584

hier Einzelheiten:

 

https://maps.tag-des-offenen-denkmals.de/#/denkmal/1188837604663?_k=oxtolx

 

  Die hilfreichsten Kundenrezensionen

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich Von Claudia Vischer am 6. November 2014
Format: Taschenbuch
Jost Gudelius ist ein fundierter Kenner der Landschaft und Geschichte des Isarwinkels. Nach der Jachenauer Chronik (2013, 2. Auflage) ist „Doppelter Abtstab und Hebscheidt“ sein zweites Werk zur Geschichte dieser oberbayerischen Region.
Die etwas über 80 Seiten lange Broschüre beschäftigt sich mit den Grenzsteinen und Felsmarchen zwischen dem Klostergericht Benediktbeuern und dem Landgericht Tölz des 14. bis 18. Jahrhunderts. Sie ist nicht nur eine ansprechend gestaltete Bestandsaufnahme dieser Baudenkmäler, sondern zelebriert gleichzeitig den glücklichen Ausgang eines sieben Jahre währenden Ringens mit dem Bayerischen Landesamt für Denkmalpflege um deren Anerkennung als schützenswertes Kulturgut. Ohne diesen engagierten Jachenauer wären die Denkmäler dem Verfall und der Zerstörung preisgegeben gewesen. Zum Teil wurden die Grenzmarkierungen unter enormem persönlichem Einsatz gesichert, etwa bei der Bergung aus Bachbetten.
Der Autor präsentiert in der vorliegenden Broschüre die Ergebnisse seiner intensiven Recherchen im Gelände vor Ort und im Bayerischen Hauptstaatsarchiv. 19 Grenzsteine und Felsmarchen konnten auf diese Weise identifiziert werden. Sie wurden fotodokumentarisch erfasst und beschrieben (Seiten 16‒64). Ausschnitte aus Geländekarten zeigen zudem die Lage der Denkmäler an und erleichtern dadurch deren Auffinden. Urkunden und historische Landkarten vervollständigen die Illustrationen.
Im Gegensatz zu den steinmetzmäßig bearbeiteten Grenzsteinen dienten bei den Felsmarchen anstehender Fels oder Findlinge zum Anzeigen des Grenzverlaufs. Auf allen Denkmälern befinden sich neben den Jahreszahlen, in denen der Grenzverlauf im Rahmen einer Begehung bestätigt wurde, auch die Symbole als vereinfachte Wappen der beiden herrschaftlichen Protagonisten: der doppelte Abtstab für das Kloster Benediktbeuern und das enigmatische Hebscheidt für das herzogliche Tölz. Die Zuordnung und Deutung dieser Wappen wird in einem größeren Abschnitt erörtert (Seiten 65‒81).
„Doppelter Abtstab und Hebscheidt“ ist ein schönes Beispiel für Erkenntnisgewinnung, indem man andere am Wissen teilhaben lässt, und nicht separatistisches Spezialistentum, das dieses ausschließlich einem erlesenen Kreis zugänglich macht. Davon zeugt auch die durchaus ernst gemeinte Aufforderung zur Kontaktaufnahme mit dem Autor in puncto Anregungen, insbesondere auch für die Interpretation des Hebscheidts (Seite 81f.). Darüber hinaus lädt das Büchlein zu weiteren Forschungsaktivitäten ein, z.B. Grenzsteintypologien im regionalen Vergleich oder Untersuchungen zur Heraldik.
Zielgruppe sind alle historisch Interessierte, denen es Spaß macht, im Gelände auf Spurensuche zu gehen und sich damit ein wichtiges Kapitel der wechselvollen Geschichte des Isarwinkels zu erschließen. Die handliche Broschüre passt in jeden Rucksack.
Abschließend kann man Jost Gudelius zu seinem gelungenen Werk nur gratulieren und ihm viel Glück wünschen bei seiner Suche nach den verbleibenden drei Grenzmarkierungen.