Trageweise des Pickels 

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Till Gudelius bei Bremsversuchen auf dem Hintertuxer Gletscher im August 2008, Foto Pit Schubert

Im Heft "bergundsteigen" 01/09  wurde das Ergebnis von Sturz- und Bremsversuchen mit unterschiedlicher Pickelhaltung auf dem schneebedeckten und dem aperen Hintertuxergletscher vom August 2008 durch Pit Schubert und Jost Gudelius zur Diskussion gestellt.

Haue oder Schaufel vorn?

dazu zunächst 

das richtige (Brems)Verhalten beim Sturz mit "Pickelrettungsgriff "

nach Schubert in "Sicherheit in Fels und Eis"

 

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Schottischer Pickelrettungsgriff

Der an sich richtige Versuch, den Pickel unter den Körper zu bringen und das Körpergewicht zur Verstärkung der Bremswirkung auszunutzen, ist meistens nicht zu realisieren.

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(aus Mountaincraft and Leadership von Eric Langmuir)

 

Richtiges Bremsverhalten aus dem Petzl-Katalog

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hier mit Pickel und die von Petzl vorgeschlagenen unterschiedlichen Pickelhaltungen

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Petzl gibt zwei unterschiedliche Lösungen für harten und weichen Schnee. Harter Schnee = Haue hinten, weicher Schnee = Schaufel hinten. 

Schubert bringt vor 2008 in "Sicherheit und Risiko in Fels und Eis" auf den Seiten 240, 241 einen weiteren Lösungsvorschlag: "nur auf reinem Blankeis, wo die Haue nicht greifen kann, muss mit der Schaufel gebremst werden. 

Meine Erfahrungen zu den Vorschlägen von Petzl und Schubert, die sich ja fast widersprechen, sind folgende: 

·         Bei weichem Schnee besteht kaum die Gefahr, dass man ausrutscht und ins Gleiten kommt, es sei denn, der weiche Schnee hat nur eine geringe Stärke und man rutscht auf der harten Unterlage unter dem weichen Schnee aus. Auch dann ist das Bremsen mit der Haue und nicht mit der Schaufel die Musterlösung. Franz Bachmann hat mir zur Bestätigung dieser Lösung folgende Anekdote geschickt, die einem später berühmt gewordenen Alpinisten am  8. Mai 1949 passiert ist:

"Da bin ich ganz Deiner Meinung und ich habe eine einschlägige und lustige Erfahrung damit:

 Nach der zweiten Begehung des Roggal-Nordostpfeilers   mit N.N. hat uns mein Vater (Franz Bachmann, damals 63 Jahre alt) die schweren Bergschuhe ans Ende der Abseilstrecke gebracht. Von dort geht der weitere Abstieg über eine lange, steile Rinne weiter. Zum Abfahren auf den Schuhen war der Schnee zu weich, aber ideal zum Rutschen auf dem Hosenboden. Mein Vater eröffnete den Spaß mit eingesetzter Pickelhaue als nachgeführte Lenkhilfe und brachte die mehrere 100 m lange Rinne in absolut kontrollierter Fahrt. hinter sich. Als nächster war N.N. dran. Er glaubte es besser zu wissen und setzte die Schaufel ein. - Aber o je, - das ging gar nicht gut! Der Pickel so eingesetzt führte zu einer Fahrt in Schlangenlinie und schließlich sogar zu einer Drehung und Weiterfahrt auf dem Rücken mit dem Hintern voraus, unkontrolliert auf einen herausragenden Stein, dem mein Vater problemlos ausgewichen  war. Für mich war es dann eindeutig was die bessere Methode war..."

 

·         Auf blankem Eis empfahl Schubert bis 2008 mit der Schaufel zu bremsen. Meine Erfahrung: Die Schaufel gibt auch beim Bremsversuch  auf dem Blankeis dem Pickel eine horizontale Querstellung und fährt in Längsrichtung  der Schaufel wie ein Messer ohne Bremswirkung über das Eis. 

·         Seine frühere Aussage hat Pit Schubert nach den Bremsversuchen im August 2008 zurückgenommen. In den neuen Auflagen seiner Werke hat er für alle Fälle das Bremsen mit der Haue eingearbeitet.  

Also gilt Devise:  Haue in der Hand immer nach hinten, damit sie beim Sturz sofort wirkungsvoll eingesetzt werden kann.

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